Opposition fordert Aufklärung über Kosten der Theatersanierung

SPD-Fraktion, Bürgerliche Mitte und Einzelstadträte fordern umfassende Offenlegung aller Kostenrisiken und Verantwortlichkeiten

Nach Monaten wachsender Unklarheit und steigender Ausgaben rund um die Sanierung des Staatstheaters verlangen die SPD-Stadtratsfraktion, die Fraktion Bürgerliche Mitte – bestehend aus Freien Wählern, FDP und Pro Augsburg – sowie die Stadtratsmitglieder Raphael Brandmiller, Peter Hummel, Bruno Marcon, Lisa McQueen, Christian Pettinger und Roland Wegner eine lückenlose Aufklärung sämtlicher Kosten- und Haftungsfragen.

In einer schriftlichen Anfrage an Oberbürgermeisterin Eva Weber fordern sie detaillierte Auskünfte zum aktuellen Projektstand, zu den zentralen Kostenrisiken und zu den Folgen des Architektenwechsels. Die Initiative wurde für die Stadtratssitzung am 30. Oktober 2025 eingebracht.

„Wir erwarten endlich klare Zahlen, klare Verantwortlichkeiten und klare Antworten. Keine Nebelkerzen, keine Halbwahrheiten – sondern volle Transparenz und eine belastbare Kostenbasis“, so Raphael Brandmiller von der Generation AUX.

Im Mittelpunkt der Anfrage stehen die offenen Fragen zur Feststellungsklage gegen das Architekturbüro Achatz, zu den finanziellen Risiken im Zusammenhang mit der außerordentlichen Kündigung sowie zur Kostenentwicklung seit dem Architektenwechsel. Gefordert wird eine präzise Darstellung des rechtlichen Status, der Klagegründe und der konkreten Auswirkungen auf Zeitplan und Haushaltslage.

Darüber hinaus verlangen die Fraktionen eine vollständige Offenlegung möglicher „Worst-Case-Szenarien“, eine nachvollziehbare Aufschlüsselung von Planungs-, Bau- und Honorarkosten sowie eine eindeutige Zuordnung der Verantwortlichkeiten für Planungs- und Ausführungsfehler. Auch die im vergangenen Jahr beschlossenen Kostensteigerungen und deren tatsächliche Entwicklung sollen transparent gegenübergestellt werden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Florian Freund betont:

„Transparenz ist kein nice-to-have, sondern das Fundament verantwortungsvoller Politik. Die Zeit des Bauchgefühls ist vorbei – die Bürgerinnen und Bürger haben belastbare Fakten und wahrheitsgemäße Informationen verdient, und zwar jetzt.“

Raphael Brandmiller (Generation AUX) ergänzt:

„Wer Kosten verschleiert, verschärft Risiken. Wir fordern klare Verantwortlichkeiten und eine überprüfbare Kostenkalkulation – ohne Ausreden.“

Regina Stuber-Schneider (Bürgerliche Mitte) unterstreicht:

„Nur kompromisslose Transparenz führt zu belastbaren Beschlüssen. Keine Geheimnisse mehr.“

Lisa McQueen, Die PARTEI macht deutlich:

„Die Bürgerinnen und Bürger verdienen Transparenz, Rechtsklarheit und eine konsequente Haushaltsführung – der Zeitraum der Ausreden ist vorbei.“

Christian Pettinger (ÖDP) betont den politischen Vertrauensaspekt:

„Es geht um Vertrauen in der Politik. Wir brauchen sofort sichtbare Ergebnisse, integrierte Kostenübersichten und klare Haftung.“

Roland Wegner, V-Partei³ fordert:

„Die Kostenentwicklung muss nachvollziehbar begründet werden. Mir die ursprünglich zugesicherte Akteneinsicht in Bezug auf die Architektenkündigung kurzfristig abzusagen, zerstört das Vertrauen in das Gesamtprojekt statt es zu stärken und eröffnet Raum für Spekulationen.“

Peter Hummel, Freie Wähler ergänzt: 

Das Augen-zu-und-durch-Prinzip von CSU und Grünen beim Staatstheaters ging in die Hose. Kosten explodieren, Termine wanken, Verantwortlichkeiten sind diffus. Wenn wir jetzt als Stadtrat nicht ehrliche Zahlen, klare Risiken und volle Transparenz einfordern, hauen uns die Bürgerinnen und Bürger dieses Projekt mehr denn je um die Ohren. Wer das möchte, macht am besten so weiter wie bisher. 

Bruno Marcon, Augsburg in Bürgerhand bringt es auf den Punkt:

„Nur klare Zahlen führen zu klaren Entscheidungen.“

Die Unterzeichner machen deutlich: Ohne lückenlose Offenlegung der Kostenstruktur, Verantwortlichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen sind keine seriösen Beschlüsse mehr möglich.

Das Fassadensanierungsprojekt drohe andernfalls, so die Unterzeichner, zum Symbol für intransparentes Kostenmanagement in Augsburg zu werden.

F.d.R.

Michael Egger

Fraktionsgeschäftsführer SPD-Stadtratsfraktion

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