Der groß angekündigte Hitzeaktionsplan der Stadtregierung soll am Montag im Umweltausschuss vorgestellt werden. Die SPD-Fraktion zeigt sich erschrocken über die fehlende Substanz in dem den Stadträtinnen und Stadträten jetzt vorgelegten Entwurf.
Christian Pettinger (ÖDP), umweltpolitischer Sprecher der Fraktion, dazu:
„Angesichts der großen Ankündigungen der Stadtregierung im Vorfeld hätten wir uns von einem Hitzeaktionsplan für die Stadt Augsburg mehr erwartet. Genau genommen ist der Name irreführend, weil weder Aktion noch Plan in der Vorlage erkennbar sind. Was nun vorliegt, ist eine Zusammenfassung von bestehenden Maßnahmen und Verhaltenstipps. Konkrete Maßnahmen, die die Stadtregierung selbst umsetzen kann und möchte, finden sich allenfalls nur in Ausnahmefällen. Eine Klimainsel, ein paar Sonnensegel und die Empfehlung, genug Wasser zu trinken und Kindern Sonnenhüte aufzusetzen, werden jedoch nicht reichen, um mit den Auswirkungen des Klimawandels in Augsburg umzugehen.“
Frederik Hintermayr, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, betont:
„Ein blinder Fleck sind unsere Schulen, sie werden mit keinem einzigen Wort erwähnt – obwohl von dort teils Erschreckendes zu hören ist. An vielen Schulen herrschen aufgrund der sanierungsbedürftigen Gebäude und der fehlenden Beschattung bei hohen Temperaturen gesundheitsgefährdende Zustände. Ein normaler Unterricht ist in vielen Fällen kaum möglich. Die Stadtregierung wird ihrer Verantwortung für unsere Kinder und Lehrkräfte hier schlicht und ergreifend nicht gerecht.
Auch für die städtischen Verwaltungsgebäude und Liegenschaften fehlen Ideen – trotz der Fürsorgepflicht der Stadt Augsburg als Arbeitgeberin.“
Christian Pettinger (ÖDP) erklärt:
„Nach einer Studie der Deutschen Umwelthilfe ist Augsburg im Vergleich zu anderen Städten von Hitzewellen besonders stark betroffen. Es bekamen von 190 verglichenen Städten 31 eine rote Karte – darunter Augsburg. Entsprechend hoch ist der Handlungsbedarf.
Um dem Hitzeinseleffekt in Augsburg entgegenzuwirken, brauchen wir vor allem eines: Wir müssen im großen Stil Bäume pflanzen. Bäume mit großen Kronen, die tatsächlich einen nennenswerten Kühlungseffekt haben, und zwar vorrangig in der Innenstadt. Hierfür legt auch der Hitzeaktionsplan kein Konzept vor. Selbstredend müssten dafür deutlich mehr finanzielle Mittel in die Hand genommen werden als für eine Informationskampagne und eine Klimainsel, denn der Klimawandel wird nicht einfach wieder verschwinden, sondern schreitet mit großen Schritten voran.“
Die SPD-Fraktion hat die Stadtregierung bereits mit Antrag vom 02.07.2025 aufgefordert, sowohl kurzfristige als auch mittel- und langfristige Maßnahmen zu entwickeln, um insbesondere an Schulen für Besserung zu sorgen. Laut Wettervorhersagen rollt die nächste Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad in den nächsten Wochen auf uns zu. Da hätte die Stadtregierung mit pragmatischen Maßnahmen Zeit, für Sonnenschutz in den Gebäuden zu sorgen. Etwa mit Vorhängen. Das jetzt vorliegende Konzept und die Aussagen der Bildungsbürgermeisterin lassen nichts Gutes erwarten.
F.d.R.
Lina Straßer
Stellv. Fraktionsgeschäftsführerin